Podcast: Was Susannes Tipps fürs Schönschreiben sind

Susanne Heidenreich ist vom Beruf Lehrerin. Aufgrund einer Handverletzung hat kann sie nur mit wenig Druck schreiben - und sie hat deshalb ihre eigene Strategie entwickelt, wie sie das am besten macht. Füller spielen dabei eine große Rolle. Ihre Tipps gibt es in einer neuen Folge des Podcasts "Na, schreibst Du schön?".
Na, schreibst Du schön?
Podcast: Was Susannes Tipps fürs Schönschreiben sind
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Susanne Heidenreich beschäftigt sich mit dem Schreiben und auch mit dem Buchbinden. Und das einerseits aus der Perspektive als eine Person, die aufgrund einer Handverletzung besonders sensibel auf passende Schreibgeräte achten muss. Und andererseits ist sie Lehrerin und hat somit Schülerinnen und Schüler im Unterricht, die auch das Handschreiben praktizieren.

In dieser Episode erklärt sie, was man fürs Schönschreiben beachten muss.

Was Susannes Tipps zum Schönschreiben sind

“Meine Tipps für schönes und vor allen Dingen schnelles Schreiben, was ja wichtig ist in der Schule, dass man mitkommt, ist tatsächlich, sich einen Stift – und ich sage bewusst Stift – zu suchen, der für einen selbst passt. Das kann für manche ein etwas dünnerer Stift sein, für manche ein etwas dickerer. Das kann der Kugelschreiber genauso sein wie der teure Füller. Das kann der Füller aus der ersten Klasse sein. Und das kann der Füller sein den man vom Opa geerbt hat, es liegt an ein paar Sachen.

Ich bin auch niemand, der die Handhaltung von irgendjemandem korrigiert. Die Handhaltung sollte so sein, dass sie bequem ist. Und da wir anatomisch alle anders sind, werden wir auch alle eine minimal andere Handhaltung haben, das ist völlig natürlich.

Mein Tipp ist, sich nicht zu schämen, das Blatt zu rotieren. Einfach, damit es anatomisch für einen am angenehmsten ist, zu schreiben. Für Linkshänder – da ich das auch relativ gut einschätzen kann, weil ich eben mit beiden Händen schreiben kann – damit man eben nicht verwischt. Und das kann einem ja auch mit dem Kugelschreiber passieren. Dass man das Blatt auch eher dreht und von unten schreibt. Der Winkel ist meistens etwas stärker, womit rechts so zwischen 25 und vielleicht 40 Grad geht, ist man bei links eher so zwischen 25 und 50 Grad, vielleicht sogar teilweise bei Extremfällen bei knapp 60 Grad Neigungswinkel vom Blatt zur Tischkante. Ja, dann ist es so. Dieses oben drüber und drüber schleifen, das sieht nicht nur unbequem aus, es ist es auch tatsächlich- Vele lernen das dann nach einer Zeit bewusst um, wo man sich fragt, wer hat euch denn gezeigt, man schreibt von oben. Dann sagen sie “niemand, es ist halt irgendwie so”. Weil man versucht hat, irgendwie klar zu kommen.

Das Schreiben wird in der Schule gerade in der ersten und zweiten Klasse eigentlich fast ausschließlich für Rechtshänder gezeigt. Wenn die dann das erste Mal sehen, man kann auch mit links von unten schreiben und da verwischt nichts, sind die total verblüfft.

Das passiert bei mir dadurch einfach, wenn die rechte Hand weh tut, dass ich auf die linke Hand wechsle und so weiter. Und das erste Mal herrscht dann noch ein bisschen Erstaunen, danach ist das bekannt und stört nicht. Und wenn dann gesagt wird, oh, sie stehen im Weg, na ja, dann wechsle ich halt die Hand und schreibe mal auf der anderen Seite weiter.

Also das hat seine Vorteile, es hat auch seine Nachteile, weil meine Schriftgeschwindigkeit auf beiden Seiten unterschiedlich ist, was garantiert an der Übung liegt.

Aber mein größter Tipp für das schöne schnelle Schreiben ist, wirklich absolut die mit der Anatomie am besten vereinbare Handhaltung und Papierrotation. Und ein Stift der am besten im ganzen zuträglich ist.”

Welche Rolle dabei die Griffhaltung spielt

“Ich werde mit vielen anecken, aber nachdem ich einen Vierpunktgriff habe, der für mich wesentlich angenehmer ist, wie der Dreipunktgriff – weil mit Dreipunktgriff rotiert mir der Stift, das kann aber durchaus daran liegen, dass ich die Hand von Hause aus anders halten muss. Ich würde wirklich jedem empfehlen, alles Mögliche auszuprobieren, wie es für einen selbst am angenehmsten ist. Und wenn das ein Vierpunktgriff ist und wenn das irgendwie eine ganz seltsame Handhaltung ist dann – manche halten ihren Stift extrem weit hinten und schreiben wunderschön und angenehm und können so lange schreiben. Ich halte ihn sehr weit vorne. Da wird jeder durchs Üben, durchs Schreiben auf irgendeine Möglichkeit kommen. Und ich finde alles was diese Doktrinen sind, die mögen ihre Berechtigung haben für den Durchschnittsmenschen aus Durchschnittistan. Aber mit der Realität hat das eigentlich wenig zu tun.”

Autor: Jörg Stroisch
Jörg Stroisch ist Journalist und agiler Coach - mit einer Leidenschaft für schöne Schreibgeräte.

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