Mit dem Füller zu schreiben, macht mir einfach Spaß.
Mit dem Füller zu schreiben, macht mir einfach Spaß.
Foto: Cleo Skribent/Otto Hutt/MiaSkribo

Sechs Tipps und Fakten rund um den Füller

Füller, Füllfederhalter oder Tintenhalter: Es gibt viele Bezeichnungen für dieses Schreibgerät. Ein Versicherungsvertreter hat ihn erfunden – weil er sich über ein Missgeschick geärgert hat.

1. Mit dem Füller schreiben lernen

Schulkinder machen es vor: Die ersten Buchstaben werden in Schreibschrift im Schreibheft nachgeschrieben. Schüler können auch einen Füllerführerschein erwerben. Das ist doch eine gute Vorlage für das eigene Neu-Erlernen des Füller-Handschreibens auch für Erwachsene. Können Sie sich noch an Ihren ersten Füller erinnern. Mein erster war ein Pelicano, danach folgten Lamy-Füller, übrigens die Safari-Serie. Meine Oma hat ihn mir in ihrem Schreibwarengeschäft in Essen-Altenessen überreicht.

2. Erfindung durch ein Missgeschick

Die Geschichte des Füllfederhalters, so wie wir ihn heute kennen, ist alt – und geht auf eine Marke zurück, die noch heute sehr bekannt ist. Denn: Am 12. Februar 1884 wurde er durch den Versicherungsvertreter Lewis Edson Waterman erfunden.  Der Grund dafür: Er konnte einen wichtigen Vertrag nicht abschließen, weil ein Füller undicht war. Die Tinte ergoss sich über die Formulare. Das verärgerte den Geschäftsmann so sehr, dass er versuchte, für das Problem eine Lösung zu finden. So entwickelte er einen Federhalter mit drei Kanälen im Schaft, die den Tintenfluss regulieren. Das Hineintröpfeln der Tinte mit einer Pipette oder das ständige Hineintunken der Feder war nun nicht mehr nötig. Bereits im selben Jahr begann er mit der Produktion seiner Füller und verkaufte davon zunächst 500 Stück. 1900 erhielt er für seine Erfindung auf der Pariser Weltausstellung die Goldmedaille. Heute ist die Firma Waterman der zweitgrößte Produzent von Füllfederhalter weltweit.

3. Die Bedeutung der Unterschrift

Bei wichtigen Verträgen wird auch heute immer noch ein Füller verwendet. Manchmal behält dann auch ein Staatspräsident mal den gereichten teuren Füller. Auch die Tinte spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie sollte “dokumentenecht” sein: Unter anderem darf sie nicht einfach entfernbar sein und muss auch eine gewisse Dosis Sonnenlicht aushalten. Und sie sollte schnell trocknen. Wer also schneller den Vertrag bricht, als die Unterschrift getrocknet ist, muss wirklich sehr schnell sein.

4. Die individuelle Note der Handschrift

Wenn Sie mit einem Füllfederhalter schreiben, dann schreiben Sie einfach langsamer. Das führt automatisch dazu, dass auch die Schrift ordentlicher wird. Wobei ordentlich nicht unbedingt schön meint (-> hier gibt es Tipps zum Schönschreiben). Aber das macht ja auch nichts: Handschrift ist ja auch etwas sehr Individuelles. Betonen Sie doch lieber Ihre persönliche Note, als dass Sie krampfhaft versuchen, eine neue Schrift zu erlernen. Das macht dann auch Spaß. Und Übung macht natürlich hier den Meister. Ich zum Beispiel schreibe selbst schnelle Notizen (mittlerweile) wieder mit dem Füller.

5. Die Wahl des richtigen Füllers

Es macht natürlich einen Unterschied, ob Sie einen sehr günstigen oder einen sehr teuren Füller wählen. Pauschal kann man sagen, dass ab einem bestimmten Preis die Feder qualitativ besser wird und vor allem eingeschrieben ist. Sprich: Sie kratzt einfach nicht mehr so stark. Auch zwischen einer Gold- und einer Stahlfeder gibt es Unterschiede, wobei das Empfinden hier sehr unterschiedlich ist. Ich hatte zum Beispiel Kunden in der Beratung, die haben keinen Unterschied zwischen Gold- und Stahlfeder gemerkt – dann macht es wirklich keinen Sinn, über 100 Euro mehr für eine Goldfeder auszugeben. Füllfederhalter mit Gold-Feder gibt es ab etwa 200 bis 250 Euro, denn sie werden natürlich gerne auch in einen hochwertigeren Korpus eingebaut. Auch die Länge der Feder spielt meiner Erfahrung nach eine große Rolle – je länger, desto anpassungsfähiger. Und natürlich die Federbreite. Hier gilt es, auszuprobieren. Daneben spielt auch das Volumen des Schreibgerätes eine große Beispiel. Wieder an meinem Beispiel: Ich finde zwar schmale Füller schöner, bei meinen breiten Pranken kann ich aber sehr viel besser mit etwas voluminöseren – und leider teureren – Füllern schreiben. Sie liegen bei mir einfach besser und komfortabler in der Hand. Ich bevorzuge auch die sehr toleranten, langen Federn, natürlich in Gold.

6. Ausprobieren ist wichtig

Bevor Sie einen Füller kaufen, lassen Sie sich beraten. Und es ist immer besser, ihn auch direkt auszuprobieren. Lassen Sie sich dabei nicht mit einem lediglich ins Tintenfass eingetunkten Füllfederhalter abspeisen – am Beispiel Waldman wissen Sie ja, dass das nicht wirklich gut funktioniert. Gute Händler bieten Ihnen vollgetankte Vorführgeräte zum Ausprobieren an. Es ist übrigens Quatsch, zu behaupten, dass diese schon eingeschrieben seien und somit für niemand anderen mehr verwendbar. Denn das Anpassen an eine Hand dauert einfach auch eine ganze Weile – und meiner Beobachtung nach spielt beim Kratzen eine wesentlich größere Rolle die Federbreite. Bei MiaSkribo können Sie natürlich die angebotenen Füller ausprobieren. Vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin.

joergstroisch

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