Die Insights-X 2019 in Nürnberg. Vor dem Eingang mit einem großen, gestellten Logo.
Die Insights-X 2019 in Nürnberg. Vor dem Eingang mit einem großen, gestellten Logo.
Photo: Spielwarenmesse eG / Foto: Christian Hartlmaier

Kolumne zur Insights-X: Die „neue“ Welt von Social Media

Die Insigths-X entwickelt sich immer mehr zum Raum für Inspirationen. So gab es die Gelegenheit, in die Welt von Social Media hineinzuschnuppern – und für mich eine weitere zentrale Erkenntnis.

Eine Neuerung auf der diesjährigen Insigths-X sind die InsigthsTalks, die, wie ich finde, eine sehr, sehr gute Idee sind. Etwas Ähnliches hatte auch die PaperWorld vor ein paar Jahren, wurde dort aber leider abgeschafft. Denn: Dort geht es mehr um die strategische Ausrichtung des Fachhandels – und da ist ein Blick über den Tellerrand immer eine gute Idee.

Vortrag Nummer 1: Marcel Warnt, Inhaber des Kreativhandels schwubbs in Naumburg schilderte seine durchweg positive Erfahrung mit Workshops und Events. In den letzten fünf Jahren hat er davon nach eigenen Angaben im Schnitt 250 pro Jahr durchgeführt. Einen entscheidenden Satz hat er dabei gleich am Anfang gesagt: „Ich habe das gemacht, weil ich da Spaß daran hatte.“ Interessante Einschätzung dabei: Man muss am Ball bleiben. Und: Events funktionieren besonders gut, also Gelegenheiten, an denen Menschen einfach zwanglos zum Basteln kommen. Ob sich das am Ende alles rentiert? Warnt schildert, wie aus Teilnehmern Kunden werden.

Merke 1: Man muss etwas mit Leidenschaft machen. Dann klappt es auch. Und man sollte sich nicht von eigenen Vorurteilen leiten lassen – „Kindergeburtstage machen nur Lärm und bringen keinen Umsatz“ -, denn das gibt nur Frustration. Ich denke, auch hier gilt: Ganz oder gar nicht.

Vortrag Nummer 2: Nico Wutschijewitsch, Geschäftsführer der Effektiv Online-Marketing GmbH beschrieb die Möglichkeiten von Social Media. Vielleicht als Kritik hier am Rande: Es waren ein paar zu viel Marketing-Tenglish-Begriffe im Vortrag, mich stört das nicht weiter – aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der typische deutsche Fachhändler sich davon gut angesprochen fühlt. Aber so viel nur zur Stilkritik, des ansonsten sehr guten Vortrags. Zwar gab es für mich persönlich nicht wirklich viele Neuigkeiten: Facebook ist weiterhin stark, Instagram im Kommen und auch Youtube eine wichtige Plattform, alle Statistiken sehen einen Siegeszug von Social Media. Aber dennoch in der Zusammenfassung ist der Vortrag eben sehr viel Inspiration, und darauf kommt es eben an. Für mich habe ich mitgenommen, dass ich noch mehr auf Instant Messaging und Facebook Live (bzw. entsprechendes bei Youtube) stürzen könnte. Indes: Bei dem, was Nico als „Must-Have“ schilderte, muss ich mich, glaube ich, locker Vervierfachen. Seine Agentur richtet sich definitiv eher an mindestens mittelgroße Unternehmen; für den Ein- bis Vier-Mann-Betrieb ist das doch alles schwer in der Gesamtheit realisierbar. Dennoch: Man muss ein Ziel haben, einer der abschließenden Sätze, und dann in die „Content Creation“ einsteigen. Mehr beiläufig fiel eine meines Erachtens zentrale Empfehlung: Inhalte müssen authentisch sein. Zwar wiederholte Nils mehrfach, was das nicht bedeutet – also zum Beispiel einfach Produkte promoten und Egos pflegen. Aber er sagte nicht, was es ganz zentral bedeutet: Ein Einzelhändler kann eigentlich nur dann authentisch sein, wenn er leidenschaftlich für seine Sachen brennt, auch über den tatsächlichen Abverkauf hinaus. Und: Wenn er auch Facebook und Instagram cool findet und nicht einfach als notwendiges Übel betrachtet.

Für mich bin ich da zumindest auf dem Weg, ich will jetzt nicht sagen, auf einem guten Weg. Ich habe mir eine Mission für MiaSkribo überlegt und eine strategische Umsetzung meiner Hauptziele besteht darin, mehr auf Social Media zu setzen. Deshalb entwickle ich gerade Formate und beginne mit dem Produzieren von Inhalten. Wie gesagt: Wenn ich noch acht weitere Hände hätte, wäre das alles schon längst fertig und mit links gemacht…

Merke 2: Sei authentisch und leidenschaftlich. Und in Anbetracht der Tatsache, dass Du nicht alles gleichzeitig machen kannst, musst Du wohl oder übel „besser“ in der Strategie und Konzeption werden – und Dich dann stark fokussieren.

Fazit: Ohne Leidenschaft geht nichts. Die Insights-X sollte das Konzept der InsightsTalks auf jeden Fall weiterverfolgen und ausbauen, denn es bietet so dringend benötigte Inspiration für Themen, die auch den Einzelhandel bewegen (sollten).

joergstroisch
Author: joergstroisch
Datum: 12.10.2019
Category: Messe
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